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Fakultät Maschinenbau

Studentin von der Sabanci Universität (Türkei) zu Gast am IUL

© IUL
Zeynep Yilmaz mit dem Institutsleiter Prof. Yannis Korkolis (links) und ihrem Betreuer Tanmoy Rakshit (rechts)
Vom 2. Juli bis zum 18. September 2026 begrüßte das Institut für Umformtechnik und Leichtbau (IUL) Zeynep Yilmaz von der Sabanci Universität für ein Forschungspraktikum im Rahmen des Erasmus+ Praktikumsprogramms.

Während des Praktikums arbeitete Zeynep an der experimentellen und numerischen Untersuchung von 34MnB5-Rohren im Projekt TRR188 T04, das sich auf das Radialschmieden von Automobil-Getriebewellen konzentriert. Ziel des Praktikums war es, das Ausgangsmaterial zu charakterisieren und das Verformungsverhalten unter uniaxialer Zugbelastung zu untersuchen.

Zunächst untersuchte sie die Mikrostruktur des 34MnB5-Materials und identifizierte dessen wesentliche mikrostrukturelle Merkmale wie Ferrit, Perlit und TiN-Einschlüsse. Anschließend analysierte sie die Ergebnisse des uniaxialen Zugversuchs bis zum Bruch. Darüber hinaus wurden die experimentellen Kraft-Weg-Daten analysiert, um entscheidende Kennwerte wie die Streckgrenze, die Zugfestigkeit und den Bruchpunkt zu ermitteln. Da der uniaxiale Zugversuch keine ausreichenden Daten bei höheren plastischen Dehnungen liefert, die für das Radialschmieden relevant sind, wurde die Extrapolation der Fließkurve untersucht. Um die experimentellen Versuchsergebnisse zu extrapolieren, wurden daher hauptsächlich die Extrapolationsmethoden nach Swift und Voce sowie eine Kombination aus beiden (Swift-Voce) angewandt. Das Phänomen der Streckgrenzendehnung wurde in den Fließkurvendaten genutzt, um die Kraft-Weg-Kurve zu Beginn der plastischen Verformung korrekt vorherzusagen. Nach dem Erreichen der Zugfestigkeit lieferte die Swift-Extrapolationskurve aufgrund des exponentiellen Anstiegs im Verfestigungsverhalten bessere Ergebnisse als die Voce-Extrapolation. Zur numerischen Simulation der Kraft-Weg-Daten wurden dynamisch-explizite Simulationen in Abaqus eingesetzt.

Wir freuen uns sehr, solch engagierte und talentierte Studierende bei uns zu Gast zu haben. Über den fachlichen Austausch hinaus ist diese Begegnung mit verschiedenen Kulturen für alle Beteiligten eine große Bereicherung.